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Musterlösung deutsch abitur

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Thursday, 30 July 2020

Das öffentliche Schulsystem in Deutschland stellt mehrere Gegensätze zum amerikanischen Modell dar. Die Aktivitäten der Schüler spielen eine viel geringere Rolle als in amerikanischen Gymnasien, obwohl deutsche Schulen ihre eigenen Zeitungen erstellen können. Mannschaftssport gehört selten zum Schulerlebnis; eher Kinder treten Fußball- oder Schwimmvereinen bei, die von Kommunen oder privaten Organisationen gesponsert werden. Musikunterricht und Schulbands sind auch an deutschen Schulen selten. Die Fahrschulen (Privatschulen) werden dort unterrichtet, wo der Unterricht teuer ist und das Mindestalter für den Erwerb eines Führerscheins 18 Jahre beträgt. So ist es im Gegensatz zum amerikanischen Muster selten, dass Gymnasiasten am Ende des Schultages zur Schule fahren oder Teilzeitjobs haben. Segregation ist in Deutschland nach wie vor ein großes Problem – vor allem in den Städten, wo sich Einwanderer in bezahlbaren Vierteln zusammenschließen und grundschulen in der Nachbarschaft Muster der Wohnungstrennung nachbilden. Eltern und Schulleiter in Berlin verweisen auf die unsichtbare “Mauer”, die sich für Schulkinder zwischen dem gentrifizierenden ehemaligen Osten, wo gebildete, relativ wohlhabende, meist weiße europäische Profis leben, und den arbeiterisch und mit Einwanderern gesättigten westlichen Bezirken Wedding, Kreuzberg und Neukoln aufgestiegen ist. In gewisser Weise “gibt es die Berliner Mauer noch”, sagt der Pädagoge Herbert Weber, der bis zu diesem Jahr ein Nachschulprogramm im Berliner Stadtteil Wedding leitete. 30 Prozent der Berliner Schüler sprechen Deutsch als Zweitsprache – in einigen Stadtteilen und Schulen sind es mehr als 70 Prozent. Änderungen an dieser Finanzierungsstruktur werden seit einiger Zeit diskutiert. Die OECD hat 2016 das deutsche Modell als nicht nachhaltig bezeichnet, aber Lösungen, insbesondere solche, die sich auf studienbasierte Finanzierungsmodelle konzentrieren, waren schwer zu finden. Die Einführung zusätzlicher Studiengebühren durch sieben Bundesländer in den 2000er Jahren wurde zu einem der kontroverseren Themen in der jüngsten deutschen Hochschulpolitik.

Obwohl die sogenannte “Uni-Maut” der öffentlichen Universitäten im internationalen Vergleich bescheiden war, führte starker politischer Widerstand schnell zur Abschaffung der Gebühren in allen Staaten bis 2014. Im Vergleich dazu erheben private Universitäten weiterhin Studiengebühren, die weit über die durchschnittlichen 500 € (550 USD) hinausgehen, die öffentliche Universitäten pro Semester erhoben haben. In der Privatwirtschaft sind 30.000 € (32.982 USD) oder mehr für einen Bachelor-Abschluss keine Seltenheit.

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